Wölfle schaut sich Situation bei Pflegedienst an

28.10.16

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und die „Häusliche Pflegedienste Christine Kern“ haben die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sabine Wölfle, zum Gespräch nach Emmendingen eingeladen.

So konnte sich die Abgeordnete, Mitglied der Enquetekommission „Zukunft der Pflege“, ein Bild der Arbeit vor Ort machen und Einblicke hinter den Kulissen sammeln. Besonders der persönliche Kontakt zu einer Pflegenden bestätigte Wölfle darin, dass es im Pflegebereich eine auskömmliche Personalversorgung braucht.

Jürgen Kern bestätigte im anschließenden Gespräch, dass die Anerkennung und Wertschätzung im Pflegebereich groß ist. Der Wert dieser geleisteten Arbeit von Pflegkräften müsse jedoch in der breiten Öffentlichkeit in ein besseres Licht gerückt wird.

Stefan Kraft, Leiter der bpa-Geschäftsstelle in Stuttgart und Christine Kern gingen darauf ein, dass die Herausforderungen in der Pflege stetig steigen. Beispielsweise durch zunehmende Sachzwänge, bedingt durch laufende veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, muss das Personal weiterhin bestens qualifiziert sein. Die beiden forderten daher, dass die Ausbildung weiterhin auf höchstem Niveau stattfindet. Stefan Kraft und Christine Kern kritisierten in diesem Zusammenhang die geplante Zusammenführung der heutigen drei Pflegeausbildungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege) zu einer generalistischen Ausbildung. Es sei ausgeschlossen, den Auszubildenden im Rahmen einer dreijährigen generalistischen Vollzeitausbildung das Wissen beizubringen, das fachlich geboten ist, um nach Abschluss der Ausbildung berufsfähig zu sein.

Zur Verbesserung der aktuellen Situation ist Wölfle für ein verlässlicheres Entlassmanagement zwischen Kliniken und Pflegediensten, eine besser ausgestattete Pflegeversicherung und der Wegfall der Überdokumentation. Wölfle sprach zudem Probleme bei der Umsetzung der Ziele der Pflegeenquete an. So ist beispielsweise die Einzelzimmerpflicht in der stationären Pflege in Gefahr, da der grüne Teil der Landesregierung hier plötzlich entgegen vorheriger Meinung eine Aufweichung plant. „Standards und Schutznormen in der stationären und ambulanten Pflege dürfen nicht zur Disposition stehen“, stellte Wölfle abschließend klar.