Gespräch über Bahnlärmreduzierung

23.12.16

Die beiden SPD-Abgeordneten Sabine Wölfle und Johannes Fechner luden Vertreter der Bürgerinitiativen Münstertalbahn und Kaiserstuhbahn zu einem Austausch über Bahnlärmreduzierung ein. Als Referent sprach Christopher Ast, welcher sich bei der Firma Innotec Systems mit diesem Thema seit vielen Jahren beschäftigt.

„Wenn wir das Thema Lärmschutz richtig angehen, profitieren alle. Die Bürger mit weniger Belästigung und die Betreiber durch weniger Kosten“, so Ast. Er erklärte, dass etwa 95 Prozent des Bahnlärms durch Verschleiß entsteht. Vor allem der Radkontakt mit der Schiene verursacht diesen Lärm. Aus diesem Grund entwickelten sie Monotoringsysteme, die innerhalb von Minuten Unrundheiten und Flachstellen der Räder feststellen können. Diese Schäden an den Rädern können doppelten Lärm verursachen. Für in ist klar, dass diese Schäden schneller behoben werden müssen, um Lärm zu vermeiden und dann vor allem seitens der Betreiber stärker auf das verwendete Material geachtet werden muss. „Was im Moment günstiger erscheint, ist nach schnellerem Verschleiss dann auch wieder teuer. Da ist ein Umdenken erforderlich“, so Ast.

Für die beiden Bürgerinitiativen aus dem Münstertal und entlang der Kaiserstuhlbahn ist zudem wichtig, dass bei der Bewertung des Lärmschutzes nicht der Mittelwert, sondern der Maximalwert an Lautstärke künftig bemessen wird. Hier wurde die Bitte an die Abgeordneten weitergegeben, sich für eine Überarbeitung der TSI Noise einzusetzen. Die TSI Noise regelt bestimmte Eigenschaften im Bahnsystem der Europäischen Union.

Johannes Fechner will als Mitglied der Parlamentsgruppe Bahnlärm im Bundestag gemeinsam mit Sabine Wölfle als Mitglied des Verkehrsausschusses im Landtag das Thema präventive Lärmreduzierung stärker auf die politische Agenda setzen.

Für beide Abgeordnete ist wichtig, dass auch im Hinblick auf die Bahnprojekte im Landkreis Emmendingen, wie die Rheintalbahn, die Elz- und Kaisterstuhlbahn, die besondere Lärmbelastung der Anwohner stärker berücksichtigt wird. „Der Lärm muss da vermindert werden, wo er entsteht. Da sind die Betreiber in der Pflicht“, so die beiden SPD-Abgeordneten.