„Jedem Kind einen Platz geben“

03.06.17

In einem gemeinsamen Gespräch mit der Schulleiterin der Ferdinand-Ruska-Schule, Maria Gut, dem Schulleiter der Gemeinschaftsschule Rust-Kappel-Grafenhausen , Dr. Karl-Heinz-Debacher, und dessen Konrektor, Christian Moser,  erkundigte sich die stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle über die aktuelle Entwicklung der Gemeinschaftsschule Rust-Kappel-Grafenhausen.

Die Gemeinschaftsschule Rust-Kappel-Grafenhausen versteht sich als inklusive Schule, in welcher Unterschiede als Bereicherung empfunden werden. Hier werden alle Schülerinnen und Schüler – ob mit oder ohne Behinderung – gemeinsam und bedarfsorientiert auf unterschiedlichen Leistungsniveaus unterrichtet. Neue Maßstäbe setzt die Schule mit ihrem besonderen Schwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Gemeinschaftsschule löst genau die Probleme, mit denen das dreigliedrige Schulsystem häufig zu kämpfen hat; Schüler*innen können sich hier auf verschiedenen Niveau-Stufen unterschiedlich schnell entwickeln.  „Wir erleben deutliche Steigerungen und höhere Potentiale bei den Schülerinnen und Schülern, die selbst die Eltern vorher so nicht für möglich gehalten hätten. Bei uns werden teilweise Schüler*innen auf gymnasialen Niveau unterrichtet, obwohl sie eigentlich eine Werkrealschulempfehlung bekommen haben.“, so die Schulleiterin der Ferdinand-Ruska-Schule Maria Gut.

Diese Einschätzung teilt auch der verantwortliche Schulleiter der Gemeinschaftsschule Rust-Kappel-Grafenhausen: „Eltern und Kinder sind bei uns sehr zufrieden. Das Schulleben entwickelt sich ausgezeichnet. Ein Punkt der an konventionellen Schulen häufig unterschätzt wird, ist, dass die Eltern durch die in der Ganztagsbetreuung erledigten Hausaufgaben enorm entlastet werden. Das wirkt sich auch auf die Familien sehr positiv aus.“, betonte Debacher.

Vor allem die schulergänzenden Angebote empfinden die Eltern und Schüler*innen als große Bereicherung. „Manchmal brauchen wir ein Wegdenken von Schulfächern und mehr projektbezogenes Arbeiten, um den Schüler*innen die Lebensrealität zu vermitteln.“, so Konrektor Moser

Auch wenn sich die Schulgemeinschaft durch das hohe Engagement der Lehrkräfte und der Schulleitungen, die viel ehrenamtliche Ressourcen in die Schulen investieren, gut entwickelt und die Schüler*innen sich positiv erleben können, fühlt man sich gelegentlich von der Landesregierung allein gelassen.

„Es ist eine Zumutung, dass die Schulleitungen kaum Unterstützung in der außerschulischen Bildungsarbeit erhalten. Die eine Zeitstunde, die uns hierfür zur Verfügung gestellt wird, ist vollkommen unzureichend.“, so Gut.

„Die Schulleiter*innen bestätigen viele meiner Vermutungen und Befürchtungen. Einerseits empfinden die Eltern, die Schüler*innen und die Lehrer*innen diese Schulform als eine große Bereicherung und die Kinder nehmen Schule wieder als etwas positives war. Hier wird Vielfalt gelebt und man nutzt die bunte Zusammensetzung der Schülerschaft als Bildungskatalysator. Allerdings stimmt es mich doch sehr negativ, dass die grün-schwarze Landesregierung diese tolle Schulform vernachlässigt. Wir brauchen wesentlich mehr finanzielle Mittel für diese Schulart und eine bedarfsorientierte Ausstattung mit pädagogischen Fachpersonal. Wer bei der Bildung spart, spart letztendlich auch bei unserer Zukunft.“, so das Fazit der Landtagsabgeordneten Wölfle.