Sabine Wölfle MdL kritisiert schlechte Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen im Kreis Emmendingen

24.04.18

In Anlehnung an ein Schreiben der Kultusministern Dr. Susanne Eisenmann fordert die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle von der Landesregierung mehr als nur warme Worte für die beruflichen Schulen. Aktuelle Strichproben zeigen, dass der Unterrichtsausfall an beruflichen Schulen seit dem letzten Schuljahr um 20 Prozent gestiegen ist. „Angesichts dieser immer schlechter werdenden Versorgungslage im eigenen Land war der von Kultusministerin Susanne Eisenmann für ihre Kultusministerkonferenz-Präsidentschaft im Jahr 2017 selbst gesetzte Schwerpunkt der beruflichen Bildung nicht mehr als ein schlechter Witz“, resümiert Wölfle kritisch und ergänzt: „Leider wird für die hoch engagierten Lehrkräfte nicht ersichtlich, welche genaue Strategie die Kultusministerin verfolgt“.

Vor allem mit Blick auf die Integration von jungen Geflüchteten bräuchten die beruflichen Schulen mehr Unterstützung. Zu dieser Erkenntnis kommt auch der örtliche Personalrat der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schule Emmendingen (GHSE). Die Pädagogen wandten sich an die Landtagsabgeordnete und die Kultusministerin mit der Bitte um Abhilfe bei der Gewährleistung der Unterrichtsversorgung – auch und vor allem im VABO-Bereich. „Die Sprachförderung in den VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse) muss wieder intensiviert werden, denn für den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung ist für junge Migranten deutlich mehr Deutschunterricht notwendig“, weiß Wölfle als integrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion und fordert die Rücknahme der Kürzungen in der VABO-Stundentafel.

Weil Integration eine Daueraufgabe unseres Bildungssystems ist, verlangt die Landtagsabgeordnete auch die Entfristung von mindestens 200 Stellen, die laut Landeshaushalt eigentlich künftig wegfallen sollen. „Integration darf nicht als einzelne Maßnahme verstanden werden, sondern gelungene Integration muss als Prozess gefasst werden. Das heißt auch Stellen entfristen und mehr Deputatsstunden für Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung zu stellen“, so die Landtagsabgeordnete. „Davon könnten noch mehr Zugewanderte profitieren und so besser in den Arbeitsmarkt integriert werden: „Eine Erhöhung der Berufsschulberechtigung auf 22, wenn nicht sogar 25 Jahre muss möglich sein. Die beruflichen Schulen sind bereit, ihren Beitrag zur Integration der jungen Geflüchteten zu leisten, sie brauchen allerdings endlich eine angemessene Lehrerversorgung und keine Lippenbekenntnisse unserer Kultusministerin“, konstatiert Wölfle.