„Grenzen der Belastbarkeit“ – Sabine Wölfle MdL begleitet Nachtschicht der Polizei Waldkirch

30.08.18

Es ist 20:00 Uhr als die Dienstbesprechung für die Nachtschicht an diesem Samstagabend im Revier Waldkirch beginnt. Fünf Beamte auf zwei Streifen verantworten an diesem Wochenende die Sicherheit im Elztal. Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfe begleitet diese eine Nacht lang. „Wir sprechen in vielen Plenardebatten über die öffentliche Sicherheit und meinen zu wissen, was die im Einsatz befindlichen Polizistinnen und Polizisten brauchen. Ich möchte jedoch von den Beamtinnen und Beamten vor Ort erfahren, was sie benötigen und was konkret verbessert werden kann“, so Wölfle. Neben der Besprechung der aktuellen Einsatzschicht nutzte die Landtagsabgeordnete die Gelegenheit für Nachfragen. Auch das Thema Polizeistrukturreform kam zur Sprache. In der vergangenen Legislaturperiode wurde unter dem damaligen SPD-Innenminister Reinhold Gall mit der Polizeistrukturreform einer der umfangreichsten Reformen in der Geschichte der Polizei in Baden-Württemberg durchgeführt. Statt einer Vielzahl unüberschaubarerer Direktionen, wurden zentrale und regionale Polizeipräsidien eingerichtet. In Waldkirch sei man mit der der aktuellen Zuschneidung zufrieden, so die Beamten.

Nach der umfangreichen Dienstbesprechung zeigten die Beamtinnen und Beamten Wölfle ihre Einsatzausrüstung und die damit verbundenen Schwierigkeiten – zum Bespiel die neue Anti-Terror-Schutzausrüstung, mit welcher alle baden-württembergischen Streifenwagen in Reaktion auf die Attentate in Paris ausgestattet wurden. Bei so viel Material wird es auch in der neuen E-Klasse von Daimler eng. Neben Gesprächen über die Ausbildung, die Laufbahnen und die Ausstattung, interessierte sich Sabine Wölfle vor allem auch für das Thema Arbeitsbelastung. Wie sehen die Schichtmodelle aus? Welche Teilzeitmodelle stehen zur Verfügung? Wie verhält es sich mit der Familienfreundlichkeit? Themen, über die die Polizisten im Streifenwagen ausführlich berichteten. Die Erfahrungsberichte seien für Wölfle neben Impulsen für die politische Arbeit in Stuttgart, auch für die Wahlkreisarbeit essentiell. „Sicherheitspolitik ist bis zu einem gewissen Grad auch Sozialpolitik. Einen schwachen Staat können sich nur Reiche leisten“, so die Sozialpolitikerin.

Neben zahlreichen Fällen von leichter Ruhestörung, mussten die Beamten in dieser Nacht auch Fällen häuslicher Gewalt nachgehen. Diese Einsätze seien nicht immer einfach und gerade wenn Kinder involviert sind auch emotional sehr belastend. „Diese Fälle bringen jeden Menschen an seine Grenzen der Belastbarkeit. Ich bin überwältigt und überrascht, wie viel soziale Arbeit die Beamtinnen und Beamten im Einsatz leisten müssen“, so Wölfle, die versprach sich im Rahmen einer parlamentarischen Initiative mit dem Thema Kinderschutz zu beschäftigen. Oft fehle es am Wochenende an geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für verwahrloste oder traumatisierte Kinder. Mit großem Respekt für die Arbeit der Polizisten aus dem Polizeirevier Waldkirch endete der Einsatz für die stellv. Fraktionsvorsitzende Sabine Wölfle um 03:00 Uhr Nachts. „Es war eine sehr prägende Erfahrung für mich. Ich bin sehr beeindruckt  von der Arbeit der Frauen und Männer, die sich für unsere Sicherheit einsetzen. Die Vorschläge und Kritikpunkte werde ich parlamentarisch bearbeiten und entsprechende Ideen auch in meine Fraktion tragen. Bei dieser engagierten und professionellen Arbeit des Reviers in Waldkirch kann jeder Bürger und jede Bürgerin im Elztal ruhig schlafen“, resümiert Wölfle den Einsatz.