Landtagsabgeordnete Sabine Woelfle begrüßt aktuelles Urteil zu fehlerhaften Hüftprothesen

03.09.18

Wie die Badische Zeitung am 04. August berichtete, gab es ein weiteres Urteil zugunsten einer geschädigten Patientin im Falle der fehlerhaften Durom Hüftprothesen der Firma Zimmer Biomet.

Bereits 2017 wandte sich Hanspeter Hauke, Stadtrat in Emmendingen und Vorsitzender der SPD Emmendingen, an die Abgeordnete in seiner Funktion als Mitbegründer und Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH Hüftprothesen e.V. Seit 2010  unterstützt der Verein  Betroffene, die aufgrund fehlerhafter Hüftprothesen unter erheblichen Schmerzen und gesundheitlichen Einschränkungen leiden.  Viele haben deswegen den Kampf vor Gericht gegen die Herstellerfirmen aufgenommen.

Sabine Wölfle, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, hat mit einer parlamentarischen Initiative daraufhin Antworten seitens der Landesregierung eingefordert.

Wölfle fragte nach der Sicherheit für Patienten und Patientinnen in Bezug auf Medizinprodukte.

Hierbei zeigt sich aufgrund der Beantwortung, dass man zu sehr auf die Herstellerangaben und dem vermeintlichen Qualitätssiegel CE vertraut. „Dieses Siegel sagt aber in der Tat nichts über die Qualität aus und führt den Verbraucher damit in die Irre“, erklärt Wölfle.

Hanspeter Hauke, dem die Antwort der Landesregierung aufgrund der Anfrage von Sabine Wölfle auch vorliegt, kritisiert, dass das RP Freiburg hier nicht die Hinweise der Bundesanstalt für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft hat. „Es scheint keine wirkliche  Kontrolle zu geben, zu viele Akteure sind involviert und jeder verlässt sich auf den jeweils anderen“, kritisiert Wölfle.

Wölfle und Hauke begrüßen, dass die EU Verbesserungen bei der Zulassung und Kontrolle von Medizinprodukten ankündigt. „Solange aber die geplanten 80 Stellen zur Überwachung von den Herstellern beauftragt und  bezahlt werden, ist da kaum mit einer Verbesserung zu rechnen, da muss eine unabhängige Instanz prüfen und zulassen“ mahnt Hauke.

Auch für Sabine Wölfle ist zwar die EU auf der richtigen Spur, die angekündigte Maßnahme aber nicht der richtige Weg. „Allein 1000 Fälle in Südbaden, in Deutschland über 5500 betroffene Patienten – da muss politisch im Sinne der Gesundheit der Patienten  gehandelt werden“ so Sabine Wölfle. Als Mitglied im Sozial- und im Europaauschuss wird sie das Thema weiterverfolgen und die Selbsthilfegruppe unterstützen.