Sabine Wölfle zu Besuch im Schulkindergarten Wasserfloh – „Schulkindergärten sind Bildungseinrichtungen und müssen auch als solche behandelt werden“

Schulkindergärten pflegen im baden-württembergischen Schulsystem ein Nischendasein. Schulkindergärten sind Kindergärten für Kinder mit Behinderung und einem Bedarf an einem sonderpädagogischen Bildungsangebot. Ziel dieser Einrichtungen ist es, Kinder bestmöglich in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und sie auf die spätere Schullaufbahn vorzubereiten. Um sich einen Überblick über die Situation vor Ort zu verschaffen, besuchte die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle den Schulkindergarten Wasserfloh in Wasser. Der Schulkindergarten Wasserfloh wird von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren besucht, die in ihrer Entwicklung einer intensiveren Begleitung und Unterstützung benötigen.

In dem von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft initiierten Gespräch ging es unter anderem um Leitungsfunktionen in baden-württembergischen Schulkindergärten. Diese werden in der Regel von Fachlehrer*innen übernommen, die jedoch über keinerlei Stellenzulage geschweige denn höhere Besoldungsstufe verfügen. So arbeitet ein*e Fachlehrer*in – welche zuvor eine erste berufsqualifizierende Ausbildung zzgl. Vorbereitungsdienst absolviert hat – auf der Besoldungsstufe A9. Zum Vergleich: Die Kolleginnen und Kollegen an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren werden nach A13 besoldet und erhalten somit mehrere hundert Euro mehr im Monat. Auch sei die Freistellung für Leitungsaufgabe viel zu gering meint die Leiterin des Schulkindergartens und GEW-Fachgruppenmitglied Stella Kopf: „Wir Leiterinnen arbeiten mit einem Deputat von 31 Stunden die Woche und erhalten 8 Stunden Freistellung für administrative Aufgaben. Dies reicht nicht mehr für zahlreiche Sonderaufgaben, die in den letzten Jahren dazu gekommen sind“, so Kopf.

Für Wölfle sind die Aufgaben durchaus vergleichbar mit denen einer kleinen Grundschule: „Schulkindergärten sind Bildungseinrichtungen und müssen auch als solche behandelt werden. Ähnlich wie an kleinen Grundschulen, braucht es auch hier eine wirksame Entlastung der Leitungsfunktionen und mehr Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Besoldungsgruppen“, so die Bildungspolitikerin. Dem stimmt auch Heike Biegert – selbst Fachlehrerin, Personalrätin und stellv. Vorsitzende der GEW-Ortenau – zu. Doch beim Kultusministerium stoße man stets auf geschlossene Türen. „Die Antworten aus dem Ministerium zu dem Thema kommen immer mit demselben Textbaustein aus den 70er Jahren. Das ist kein Zustand“, so Biegert. Sabine Wölfle sicherte zu das Thema in ihre Fraktion zu tragen. „Ich finde es sehr gut, dass sich die Schulkindergärten nun in der GEW organisieren und so ihren Kernforderungen Gehör verschaffen. Wir werden das Thema als Fraktion aufgreifen und uns auch stärker vernetzen“, resümiert die SPD-Abgeordnete Wölfle.