„Tageseltern als Stütze der Kinderbetreuung“ – Sabine Wölfle im Gespräch mit dem deutschen Kinderschutzbund

Viele Kinder werden nicht in Kindergärten oder -gruppen betreut, sondern bei Tagesmüttern/-vätern. Die Kindertagespflege hat formal denselben Förderungsauftrag wie eine reguläre Kindertageseinrichtung: die Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes. Tagesmütter und Tagesväter können nach einer umfassenden Qualifizierung sowie der Erteilung einer Pflegeerlaubnis, Kinder im Haushalt der Eltern, im eigenen Haushalt oder in anderen geeigneten Räumen betreuen. Die Kindertagespflege bietet eine familiennahe Betreuung in kleinen Gruppen. Gleichzeitig können Tagesmütter/-väter in dieser Zeit ihre eigenen Kinder zu Hause betreuen.

Um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu machen, traf sich Sabine Wölfle mit aktiven Tagespflegepersonen und Fachberaterinnen des Kinderschutzbundes Waldkirch e.V., Kinderschutzbund Emmendingen e.V. und dem Tageselternverein Denzlingen e.V.

Handlungsbedarf sehen die engagierten Tagespflegepersonen, die in der Regel selbstständig sind, vor allem bei der Vergütung und den Rahmenbedingungen. Es fehle häufig an Kontinuität und man habe keine Gewissheit darüber, wie groß die Nachfrage nach Tagesmüttern/-vätern in Zukunft sein wird.  Die individuellen Spielräume sind demnach auch Herausforderungen. Unterschiedlich viele Kinder, die zu sehr unterschiedlichen Zeiten betreut werden sollen und die gesetzlichen Hürden machen die Suche nach Tageseltern nicht einfacher. „Wir freuen uns über jede Person, die sich für diese anspruchsvolle Berufung entscheidet. Wir haben einen sehr großen Bedarf!“, so die Geschäftsführerin des Kinderschutzbund in Waldkirch, Michaela Brodacz-Wolff.

Für Sabine Wölfle ist klar: ohne engagierte Tageseltern, ließe sich eine qualitativ hochwertige Betreuung gerade in Randzeiten vielerorts nicht bewerkstelligen. „Ich nehme aus dem persönlichen Austausch sehr viel mit. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass wir ein eigens Kindertagespflegegesetz brauchen, um den Tageseltern und den verschiedenen Trägern Rechtssicherheit zu geben“, so die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle MdL.