Großer Bedarf an Tages- und Kurzzeitpflegeplätze

Das Zuhause gegen einen Pflegeplatz in einem Seniorenwohnheim tauschen – für diesen Weg entscheiden sich immer weniger Seniorinnen und Senioren. Eine Entwicklung, die die Pflegepolitikerin und SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle schon länger beobachtet: „Der Bedarf an ambulanten Pflegeangeboten wie z.B. Kurzzeit- oder auch Tagespflege steigt“, meint Wölfle mit Blick auf den demografischen Wandel.

Wie ein solches Angebot in der Praxis aussehen kann, davon überzeugte sich Wölfle bei der Tagespflege Moser in Sexau. Die Tagespflege Moser ist ein teilstationäres Angebot, das hilfe- und pflegebedürftigen Menschen tagsüber unterstützt, die ihren Lebensalltag aus verschiedenen Gründen nicht mehr alleine bewältigen können. Bei den zahlreichen Gruppenaktivitäten und Gemeinschaftsaufgaben wird viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre und eine wertschätzende Pflegeumgebung gelegt. Bei der Tagespflege verbringen pflegebedürftige Menschen tagsüber ihren Alltag in einer entsprechenden Einrichtung, essen dort, nehmen an Gruppenaktivitäten teil und werden pflegerisch betreut. Übernachten dürfen die Seniorinnen und Senioren in ihrer eigenen Häuslichkeit.

Selbstbestimmung ermöglichen und den Zeitpunkt der Heimaufnahme nicht unnötig früh notwendig machen. Dafür fordert Wölfle ein 5-Jahres Programm mit 500 zusätzlichen Pflegeplätzen jährlich in der Kurzzeit- und Tagespflege. Hierfür möchte die Landespolitikerin 25 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung stellen. Eine Forderung, die auch bei den Betroffenen gut ankommt. „Die Tagespflege lässt sich aktuell nicht refinanzieren. Hier herrscht akuter Handlungsbedarf. Weder die Stelle eines Geschäftsführers noch die Fahrtkosten sind in den Pflegesätzen angemessen berücksichtigt“, so der Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes Friedrich Moser.

„Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Baden-Württemberg steigt. Diese gesellschaftliche Realität muss auch politisch abgebildet werden. Das heißt ganz konkret, dass das Land in der Verantwortung steht, jetzt zügig ambulante und teilstationäre Angebote auszubauen, die kommunale Pflegeplanung zu stärken und den Fachkräftemangel in der Altenpflege abzufedern“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Wölfle.