Zahlreiche Kinder im Landkreis Emmendingen können nicht in den Schwimmunterricht – Sabine Wölfle fordert eigenes Sanierungsprogramm mit 30 Millionen Euro für Schwimmbäder

Von den 39 Grundschulen im Landkreis Emmendingen findet nur an 15 wirklich Schwimmunterricht statt. Dies ergab eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle. „Es kann nicht sein, dass Kinder heute in so vielen Schule nicht mehr schwimmen lernen“ moniert Wölfle und ergänzt: „Wir würden ja auch nicht zusehen, wenn nicht überall Mathe unterrichtet werden könnte – bei der Sicherheit unserer Kinder dürfen wir genauso wenige Abstriche machen. Schwimmen ist vielerorts überlebenswichtig“, so die Abgeordnete.

Die Schwimmfähigkeit am Ende der Grundschulzeit erreichen gerade mal 60 Prozent der Kinder im Landkreis Emmendingen, obwohl dies im Bildungsplan klar als Lernziel formuliert ist. Sabine Wölfle sieht deutlichen Handlungsbedarf: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle Kinder richtig schwimmen können und dafür brauchen wir mehr Schwimmbäder.“ Auch die Transferzeiten zwischen Schulort und Schwimmbad sind zu lang. Sie betragen nämlich zwischen 20 und 90 Minuten, was letztendlich von der effektiven Zeit der Kinder im Wasser abgeht.

In den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 hat die SPD-Landtagsfraktion daher ein Sanierungsprogramm des Landes für Schwimmbäder gefordert. Die Regierungsfraktionen haben den Antrag abgelehnt, was für Sabine Wölfle völlig unverständlich ist: „Schwimmbäder sind für die meisten Kinder die einzige Möglichkeit überlebenswichtige Grundlagen im Schwimmen zu erlernen. Die Sicherheit unserer Kinder sollte uns auch etwas Wert sein! Ich appelliere eindrücklich an die grün-schwarze Landesregierung, ihre Blockadehaltung aufzugeben und dringend benötigte Mittel für die Bäder im Land bereitzustellen“. Die Städte und Gemeinden bräuchten angesichts des Sanierungsstaus die finanzielle Unterstützung des Landes, sonst bleiben und werden weitere Schwimmbäder geschlossen.