Zahlreiche Kinder im Landkreis Emmendingen können nicht richtig Schwimmen – Sabine Wölfle MdL und DLRG besorgt

Von den 39 Grundschulen im Landkreis Emmendingen findet nur an 15 wirklich Schwimmunterricht statt. Dies ergab eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle. „Es kann nicht sein, dass Kinder heute in so vielen Schule nicht mehr schwimmen lernen“ moniert Wölfle und ergänzt: „Wir würden ja auch nicht zusehen, wenn nicht überall Mathe unterrichtet werden könnte – bei der Sicherheit unserer Kinder dürfen wir genauso wenige Abstriche machen“, so die Abgeordnete.

Die Schwimmfähigkeit am Ende der Grundschulzeit erreichen laut Antwort aus dem Kulturministerium gerade mal 60 Prozent der Kinder im Landkreis Emmendingen, obwohl dies im Bildungsplan klar als Lernziel formuliert ist. Die Expert*innen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft halten sogar diese Zahl für unrealistisch: „Wir erkennen nahezu keine Schwimmfähigkeiten! Häufig sind die Kinder nicht einmal an Wasser gewöhnt, sodass in unseren Kursen dies einen Hauptanteil der Arbeit in Anspruch nimmt. Dies hemmt natürlich den laufenden oder zeitnahen Schwimmerfolg“, so Ralf Oberle, erster Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Emmendingen.

Der Mangel an geeigneten Schwimmbädern sowie der Mangel an Fachpersonal seien der Hauptgrund für nicht stattfindenden Schwimmunterricht. Die Ausbilder*innen der DLRG kritisieren, dass es den Lehrkräften häufig an schwimmdidaktischen Fähigkeiten fehle. Doch vor allem der Bädermangel mache es den Schulen schwer.

In den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 hatte die SPD-Landtagsfraktion ein Sanierungsprogramm des Landes für Schwimmbäder in Höhe von 30 Millionen Euro gefordert. Die Regierungsfraktionen (Grüne und CDU) hatten den Antrag abgelehnt.