Leben und Wohnen im Alter

Veröffentlicht am 26.05.2014 in Ortsverein

Der SPD-Ortsverein Kenzingen diskutierte mit der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle und Hansjörg Seeh dem ehemaligen Sozialbürgermeister aus Freiburg und AWO Vorsitzenden des Bezirksverbands Baden.

Rund 30 Personen folgten der Einladung des SPD-Ortsvereins, um sich über das Thema „Leben und Wohnen im Alter“ zu informieren. In ihrem Einleitungsreferat ging Sabine Wölfle auf das gerade vom Landtag verabschiedete „Gesetz für unterstützende Wohnformen, Teilhabe und Pflege“ ein. Ziel ist es mit dem Gesetz, das als das modernste Pflegegesetz Deutschlands gilt, dafür zu sorgen, dass sich neben den Pflegeheimen, die auch künftig das Rückgrat der Versorgung bilden, vielfältige wohnortnahe Betreuungsformen entwickeln können.

Es soll ein Rahmen geschaffen werden, um die Lebensqualität der Betroffenen, ihre Selbständigkeit und ihre Selbstbestimmung zu sichern. Wichtig sei dem Gesetzgeber auch die Qualitätskontrolle. „Pflege darf nicht dem freien Spiel der Märkte überlassen werden“, konstatierte Wölfle. Im Laufe der Diskussion kamen die Personalsituation im Pflegebereich und die damit verbundenen Kosten zur Sprache. Die finanzielle Situation der Einrichtungen war das Stichwort für Hansjörg Seeh. Er begrüßte das Ehrenamt, warnte aber gleichzeitig davor, die Personen, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen, zu überfordern. Die enorme Belastung und der große organisatorische Aufwand können seiner Erfahrung nach nicht allein von Ehrenamtlichen geleistet werden. Auf ein weiteres Problem wies der ehemalige Sozialbürgermeister hin, als er den Mangel an bezahlbaren Wohnraum ansprach.

Ältere Menschen, die in eine kleinere und vor allem altersgerecht ausgestattete Wohnung ziehen möchten, müssen feststellen, dass der angebotene Wohnraum zwar ihren Bedürfnissen und Wünschen entspricht, dass sie ihn aber nicht bezahlen können. Hier sieht Seeh die Kommune in der Pflicht. Es liegt in der Entscheidung des Gemeinderates Bedingungen festzulegen. Der politische Wille kann verhindern, dass in einer Gemeinde Wohnraum entsteht, der frei finanziert ist. Die Entscheidung, nur Investoren zum Zuge kommen lassen, die sich verpflichten einen Teil ihres Projekts für öffentlich geförderten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, steht jedem Gemeinderat frei. Der Hinweis aus dem Publikum, dass Kenzingen in absehbarer Zeit über zwei innerstädtische Areale verfügt, die bebaut werden können, sah Seeh als eine große Chance an preisgünstige, d. h. öffentlich geförderte Neubauwohnungen zu schaffen. Die augenblicklichen Förderbedingungen des Landes sind so gut wie nie zuvor, allerdings, so berichtete er aus der Praxis, verzichten viele Investoren darauf und leihen sich billiges Geld, um beim Bauen nicht an staatliche Vorgaben gebunden zu sein.

Wenn eine Kommune es ernst damit meint, dass sie bezahlbaren Wohnraum schaffen will, nicht nur für Senioren, sondern auch für Menschen mit niedrigem Einkommen, dann muss sie Auflagen machen. „Vielleicht dauert die Suche nach einem Investor dann etwas länger, aber es lohnt sich“, so das Resümee von Hansjörg Seeh.

 

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