Diskussion in Heubach: Regionale Schulentwicklung vor Ort

Veröffentlicht am 13.03.2015 in Unterwegs

Im Rahmen der landesweiten Bildungsoffensive der SPD-Landtagsfraktion hatte Klaus Maier und seine Kollegin im Bildungsausschuss, Sabine Wölfle MdL aus Emmendingen, zur Veranstaltung „Regionale Schulentwicklung“ nach Heubach eingeladen. Zahlreiche Schulleiter und Bürgermeister waren der Einladung gefolgt.

Der „Kleine Saal“ in der Stadthalle Heubach war für diese schulpolitische Veranstaltung gut gewählt, dient er doch vormittags für die Schulklassen des Rosenstein-Gymnasiums während der Umbauphase als Ausweich-Klassenzimmer. In seiner Begrüßung hob Maier hervor, dass die Zusammenarbeit von Schulen und Kommunen besonders beim Thema „Gemeinschaftsschule“ hervorragend klappt.

Mit dem „Pakt mit den Kommunen“ erhielten die Städte und Gemeinden in der Kleinkindbetreuung einen riesigen Finanzierungsschub. Nachdem der Rechtsanspruch für Ganztagsschulen gesetzlich verankert ist, bleibt die Inklusion „ein harter Brocken“. Hier müssen noch Erfahrungen gesammelt werden und es wird wohl eher in kleinen Schritten voran gehen.

Bürgermeister Brütting stellte die Schulstadt Heubach vor, die sich im intensiven Austausch zwischen Schulleitung, Schüler, Fördervereinen, Kindergärten, Kommune und Eltern zu einer Bildungsstadt weiterentwickelt. Die ständig sinkenden Schülerzahlen, in Heubach waren es in den vergangenen 8 Jahren minus 15 %, machten eine Veränderung in der Schullandschaft dringend notwendig. Mobilität ist gefragt bei einem Zuwachs von bis zu 600 Neubürgern und deren Kindern. Bei den Schülerströmen, die zu zwei Dritteln aus den Umlandgemeinden kommen, stellt sich natürlich auch die Frage, wer welche finanzielle Last zu tragen hat. Brütting bedankte sich bei der grün-roten Landesregierung für mehr Mitspracherecht der Kommunen besonders im Bildungsbereich. In drei Arbeitskreisen „Pädagogische Vernetzung“, „Sozialraum“ und „Bildungskooperation“ entwickelt und optimiert die Stadt Heubach in einem ganzheitlichen Ansatz die Schulentwicklung vor Ort. Auf keinen Fall sollen die Schulen einem ständigen Konkurrenzkampf ausgesetzt sein.

Sabine Wölfle erklärte eingangs die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachressorts im Kultusministerium und den Abgeordneten im Bildungsausschuss. Bildungspolitik ist Ländersache, beim Blick auf die anderen Bundesländer offenbart sich ein bunter Flickenteppich. „Mit Andreas Stoch haben wir einen zupackenden Kultusminister, der sehr viel unterwegs ist, um im direkten Kontakt mit den Fachkräften in den Schulen zu sein“, so Wölfle. Der regionale Schulent-wicklungsplan hätte schon viel früher kommen müssen. Mit ihm haben die Kommunen jetzt Planungssicherheit erhalten. In der Wahrnehmung vieler bleibt in der Schullandschaft nichts, wie es war. Die Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen wird allerdings nicht mehr in Frage gestellt. Sogar der FDP-Politiker Rülke stellte fest, „dass die Ganztagsschule verschlafen wurde“.

Es können nun mal nicht alle Schüler aufs Gymnasium gehen. In den Köpfen vieler Eltern ist die Mittlere Reife und eine Duale Ausbildung viel weniger wert. Hier müsste auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel dringend ein Umdenken erfolgen. Nach dem Regierungswechsel 2011 hatte die neue Landesregierung nicht nur mit einer finanziellen, sondern auch einer pädagogischen Erblast zu kämpfen.

Baden-Württemberg hatte die niedrigste Krankheitsvertretungs-Rate aller Bundesländer, ist leider Spitzenreiter bei der Nachhilfe und es gibt nicht genügend Lehrer auf dem Markt. Wölfle hob hervor, dass 1.000 Stellen in der Schulsozialarbeit finanziert sind. Es ist der Verdienst der SPD, dass durch den Bestandsschutz für Schulen mit mind. 16 Schülern in der Eingangsklasse kein Kahlschlag im Ländlichen Raum erfolgt.

Bei der anschließenden Diskussion wurde erwähnt, dass seit dem Wegfall der Grundschulempfehlung die „Durchfallquote“ und die „Sitzenbleiber“ zugenommen haben. Manche Eltern sind leider beratungsresistent. Schulleiter Miller schlug alternativ Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium vor. Die meisten G 9-Schüler hätten keine Gymnasialempfehlung. Bürgermeister Rembold lobte ausdrücklich die Lehrerinnen und Lehrer, die mit großem Krafteinsatz und viel Engagement die Veränderungen in der Schullandschaft mittragen. Leider gibt es beim Thema „Hortschließung“ ein klares „entweder/oder“, es gibt keine Doppelförderung bei der Ganztagsschule. Die beiden Abgeordneten nahmen die Bitte mehrerer Schulleiter mit, nach Lösungsmöglichkeitien zu schauen, damit wohnortnahe Schüler in der Mittagspause zum Essen nach Hause gehen dürfen.

Zum Schluss konnte Klaus Maier noch die gute Nachricht verkünden, dass im April eine halbe Mrd. Euro in den Bildungsnachtrag gestellt sind. „Neue Lehrerstellen in Richtung Realschulen werden wir deutlich aufstocken. Und es werden Gelder für die Beschulung der Flüchtlingskinder bereitgestellt“, so Maier abschließend.

 

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