Musikschulen und Musikvereine als Bildungsträger erhalten

Veröffentlicht am 20.04.2015 in Reden/Artikel

Landtagsrede vom 15.04.15

Videolink: Plenardebatte vom 15.04.15

Herr Präsident,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die musikalische Bildung unserer Kinder ist und bleibt ein zentrales Element der Erziehung.

Das Singen mit Kindern in den frühen Jahren, die ersten Erfahrungen mit Klängen und Geräuschen bis hin zum Erlernen eines Instrumentes sind wichtige Bestandteile einer ganzheitliche Bildung.

Musik stärkt die kognitiven Fähigkeiten, unterstützt das logische Denken.  Kinder erleben im gemeinsamen Musizieren Gemeinschaft mit anderen, im Chor oder im Orchester lernen sie auch Sozialverhalten, wie sich einzuordnen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und vieles mehr.

Gerade unser Bundesland ist ein Land der Musikvereine und man sieht erfreulich viele junge Menschen in Vorstufenorchestern, Bläsergruppen, Schulbands, Chören oder in den örtlichen Musikkapellen , oft in Partnerschaft mit den Musikschulen.

Damit haben wir neben dem schulischen Musikunterricht auch ein breites Angebot an ausserschulischen Bildungsmöglichkeiten.

Der wichtige Ausbau  der Ganztagsangebote an den  Schulen wirft nun Bedenken auf, ob der gerade in Baden-Württemberg so vielfältig und reichhaltig angebotene außerschulische Musikunterricht angesichts der erhöhten zeitlichen Inanspruchnahme der Schülerinnen und Schüler noch in dem Maße stattfinden kann, der ihm zukommt und der wünschenswert ist.

Der Antrag der CDU die Musikschulen und Musikvereine als Bildungsträger zu erhalten suggeriert, diese könnten in Gefahr sein.

Seien Sie versichert, dass uns beides wichtig ist und wir nicht nur erhalten wollen sondern auch stärken!

Zum Beispiel durch die Umsetzung der Kooperationsvereinbarung des Landes mit dem Landesverband der Musikschulen. Ähnlich wie beim Sport haben wir damit die Möglichkeit geschaffen,die Musikschulen als Partner an die Schulen zu holen.

Vereine und Musikschulen können ihre Angebote der Schule unterbreiten und sich als Partner anbieten.

Damit wird auch der Kontakt zwischen Schulen und den ausserschulischen Bildungsträgern gestärkt.

Im Antragsverfahren für Ganztagsschulen wird ein pädagogisches Konzept gefordert, das einen rhythmisierten Ganztagesbetrieb vorsieht ebenso wie die Einbeziehung außerschulischer Partner wie z.B. der Musikschulen.

Entscheidend ist jedoch immer die Orientierung an den Gegebenheiten, bzw. denn ausserschulischen Angeboten vor Ort.

Die Schulleitung entscheidet dann selber,ob und in welchem Umfang Kooperationen gewünscht werden. Je nach pädagogischem Konzept kann der Schwerpunkt auf Musik, Sport oder anderem liegen.

Die vom Schulgesetz eingeräumte Möglichkeit einer Monetarisierung von zusätzlichen Lehrerwochenstunden bis zu 50 % wird inzwischen in erfreulichem Maße von den Schulen verwirklicht.

Von den 172 Schulen, die im Schuljahr 2014/15 mit dem neuen Ganztagsschulkonzept gestartet sind, verwenden 104 Schulen das Instrument der Monetarisierung und finanzieren damit Angebote außerschulischer Kooperationspartner.

Das sind mehr als 60 Prozent und damit eine erfreuliche Entwicklung die zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Darüberhinaus können die Schülerinnen und Schüler auch weiterhin individuell die Musikschule besuchen.

Ich bin sicher, die Musikschulen vor Ort erkennen die Chancen durch die Kooperationen und werden ihre individuellen Angebote ausserhalb der Schule den Unterrichtszeiten anpassen.

Die Befürchtung, durch den Nachmittagsunterricht, welcher ja an drei oder vier Tagen stattfindet, würden die Kinder ein reguläres Angebot an der Musikschule nicht mehr in Anspruch nehmen, halte ich für abwegig.

In Wirklichkeit haben die Kinder keine Hausaufgaben mehr zu erledigen und damit eine planbare Freizeit.

Ich erinnere mich noch gut wie oft meine Kindern die Musikschule geschwänzt haben weil sie jede Menge Hausaufgaben machen mussten.

In diesem Zusammenhang sollte man durchaus auch einmal der Frage nachgehen, wieviele Schüler auf G8 Gymnasien noch am Unterricht einer Musikschule teilnehmen.

Es ist sicher nicht der Ganztagsunterricht der den Musikschulen Kopfzerbrechen macht, es ist definitiv das GB, auch bei den Sportvereinen wird das sehr deutlich bestätigt.

Sie sehen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die musikalische Bildung unserer Kinder im Land ist gesichert und die Landesregierung wird ihrem Bildungsauftrag in diesem wichtigen Feld vorbildlich gerecht.

Vielen Dank.

 

Ankündigung

Um einen effektiven Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus zu leisten, ist das Wahlkreisbüro in Emmendingen aktuell nicht für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Mitarbeiterinnen im Landtagsbüro arbeiten zudem vorerst im Home-Office. 

Selbstverständlich sind wir auch weiterhin über Mail für Sie da und erreichbar! 

 info@wahlkreisbuero-woelfle.de 

Facebook

Volksverhetzung ist überall strafbar!

SPD-Landtagsfraktion

Counter

Besucher:61856
Heute:49
Online:1