Pflegefachgespräch an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen

Veröffentlicht am 09.07.2015 in Pressemitteilungen

Voraussichtlich werden im  Jahr 2030 in Baden-Württemberg 20.000 Stellen im Pflegebereich fehlen. Um Lösungen für diesen wichtigen Berufszweig zu erarbeiten, fand nun ein Fachgespräch unter dem Titel „Wie sieht die Zukunft der Pflege aus?“ an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen statt. Gesprächsteilnehmer waren Vertreter des Kreiskrankenhauses und des Zentrums für Psychiatrie, Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen, Vertreter der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege und Sabine Wölfle MdL, Mitglied der Pflege-Enquete des Baden-Württembergischen Landtags.

Schulleiter Reinhard Lay berichtete, seit Jahrzehnten werde im Krankenhaussektor auf Kosten des Pflegepersonals gespart. Ein zu großer Rationalisierungsdruck verschlechtere die Rahmenbedingungen. Dem stimmte Sabine Wölfle bei. „Uns ist bekannt, dass im Krankenhaussektor ein enormer finanzieller Druck besteht. Um Investitionen zu ermöglichen und gleichzeitig die Personalstärke aufrecht zu erhalten, haben wir etwa 900 Millionen Euro für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung gestellt“, so die SPD-Abgeordnete. Alle Gesprächsteilnehmer sprachen ein großes Lob für die Beschäftigten aus. „Mit hoher Empathie für die Menschen wird tagtäglich die Pflegequalität aufrechterhalten“, erklärte Verwaltungsdirektorin Elisabeth Vario vom Kreiskrankenhaus.

Pflegedirektor Jeton Himaj vom Zentrum für Psychiatrie (ZfP) und Mitglied im Landespflegerat wünschte sich, dass Probleme an der Wurzel gepackt und nicht nur durch Beschäftigung von Facharbeitern aus dem Ausland kompensiert werden. Stattdessen hofft er, dass die Politik grundsätzliche Reformen auf den Weg bringt. In diesem Zuge gilt es den Pflegebedürftigkeitsbegriff zu definieren und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen innerhalb der Pflege anzustreben.  Zudem betonte Herr Himaj, dass eine gute und professionelle Pflege auch die eigenständige Vertretung ihrer berufsständischen Interessen dringend benötigt. Deshalb sei es jetzt an der Zeit  eine selbstverwaltete Pflegekammer in Baden-Württemberg zu errichten.

Für diesen Vorschlag war Sabine Wölfle sehr offen: „In der SPD-Fraktion haben wir uns einstimmig für die Errichtung einer Pflegekammer, gemäß dem rheinlandpfälzischen Modell, ausgesprochen. Ich sehe dadurch vor allem die Chance, dass sich die Pflege mit eigener starker Stimme Gehör verschafft!“ Das Für und Wider der Einrichtung einer Pflegekammer wird demnächst auch Thema der Pflege-Enquete im Landtag sein.

Zudem favorisiert Wölfle für die Verbesserung des Pflegeberufes eine generalistische Ausbildung. Diese sieht eine gemeinsame Ausbildung aller Pflegeberufe und ggf. eine anschließende Spezialisierung vor. Reinhard Lay unterstrich, die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen sei bestens auf die generalistische Ausbildung vorbereitet.

Wölfle begrüßte das große Engagement aller Beteiligten und versprach, die Ideen nach Stuttgart mitzunehmen.

 

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